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Reisebericht: Unser Aufenthalt in León (Nicarag

» erstellt am 2013-03-31 von Rankers
Zwei Monate in León sind nun passé; auch hier wird es nun Zeit mal ein wenig zu berichten. Kurz zusammengefasst: In gewissen Aspekten schöner als der schönste Nabel der Welt - Köln. Denn es ist schön, das Wetter ist immer sonnig und der Wohnungsmarkt ist traumhaft.


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» "Chicken Busse" in Granada
Naja, kommen wir mal zu einer differenzierteren Betrachtung ... wir haben nun zwei Monate in León verbracht und konnten in dieser Zeit mit relativer Leichtigkeit zwei Wohnungen besuchen. Der Unterschied zu Köln? Es geht schnell und mit jedem Mal haben wir uns verbessert und das für weniger Geld :-) - So konnten wir zuletzt in einem Häuschen mit einem schönen Patio (natürlich inkl. Hängematte und Plantschbecken) wohnen und haben hierfür gerade mal 150 US-Dollar/ Monat bezahlt. Ist das nicht toll? :-)

León selber muss ich gestehen haben wir weniger touristisch betrachtet, sondern halt hier gelebt. Das ist ungefähr so, wie wenn man in Köln lebt und nach ungefähr 5 Jahren das erste Mal den Kölner Dom besteigt. Quasi so ähnlich war es dann auch hier. Die örtliche Kathedrale (übrigens die älteste in Zentralamerika) haben wir nun letztendlich immer nur von außen gesehen. In der vergangenen Woche waren dann zwei Freunde zu Besuch und wir wollten ihnen die Kathedrale zeigen ... natürlich war sie an diesem Tag geschloßen ... der Murphy schlägt sich auch überall auf der Welt durch.

Strand in Jiquilillo
Touristisch waren wir eher in anderen Gegenden unterwegs und dies dann nur am Wochenende, weil ja unter der Woche arbeiten angesagt war. Hierzu zählt zum Beispiel ein Wochenendausflug nach Jiquilillo. Damit wir etwas von dem Wochenende und ggf. ruhigen Nächten haben, wollten wir Jiquilillo schon am Freitag Abend erreichten. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schwer machbar auch wenn es nur 100 km entfernt ist, aber freitags wird ja auch noch gearbeitet :-) - Naja, in Anbetracht unseres ersten Wochenendausflugs und, daß wir uns was gönnen wollten, haben wir uns einen Mietwagen gemietet. Hiermit ging die Reise natürlich sehr gut und zügig, war nur leider auch entsprechend teuer (210 US-Dollar für 3 Tage ist schon eine Hausmarke). Davon unbetrübt kamen wir gut in Jiquilillo an, eine kleine Gemeinde direkt am Pazifik, die noch schöne Strände hat und nicht komplett vom Tourismus überlaufen ist. Im Hostel Rancho Esperanza (Link auf Tripadvisor) angekommen, kamen wir uns wahrlich zu recht, wie geldverwöhnte Touris vor, da wir mit dem dicken, neuen 4x4 Mietwagen aufkreuzten. Mit diesem Zwiespalt in uns mußten wir natürlich leben, da wir ihn ja selber herbei geführt haben ... das Hostel an sich ist sehr nett, mit seinen kleinen Cabañas und der nahe gelegene Strand ist verlaßen und lud direkt zum Sonnenuntergang ein. Das Wochenende nutzten wir zum Relaxen und Genießen. Dabei half ein kleiner Ausritt zu Pferde, was für mich als ungeübten Reiter eher nicht in die Schiene "Relaxen" gehörte, schon garnicht, wenn das Pferd dann am Strand zum Galopp ansetzte, aber naja, irgendwie genoßen habe ich es trotzdem und bei späteren Reitausflügen war es wahrlich von Vorteil. Mehr macht man an so einem Ort aber auch nicht, auß?er relaxen, lesen, essen ... ist ja auch mal schön! :-) Zum Eßen war das Hostel meines Erachtens ganz schön überteuert für die lokalen Verhältniße. Ich denke, nicht umsonst wird von den Inhabern alles in US-Dollar ausgezeichnet. So eine Schokobanana kostete hier dann zum Beispiel 50 US-Cent; nicht viel, aber wenn man bedenkt, daß eine Banane alleine 0,05 Cent kostet scheint die Marge schon extrem ... tja, das ewige Dilemma. Nichtsdestotrotz haben wir es uns gut gehen laßen und uns auch damit beschäftigt, daß das Hostel zum Verkauf steht ... :-) - Der Besitzer (auch ein Ami) möchte aber ca. 350.000 US-Dollar haben, was in Anbetracht der Bewertungen auf TripAdvisor sicherlich ganz gut ist. Eine Betrachtung der Buchführung müßte dann aber noch intensiver erfolgen als ich das tun konnte ... dies aber auch nicht aus Kaufintereße, sondern weil sie neben anderen Freiwilligen auf der Suche nach einem Excel Kenner waren. Die Chance ;-) ließ ich mir natürlich nicht entgehen und hilf den Beiden hierbei ein wenig, worauf sie eine weitere (allerdings auch nicht kostenfreie) Unterkunft anboten, wenn ich mich noch intensiver damit beschäftigen würde ... naja, wenn unser Projekt noch schlechter gelaufen wäre, wäre dies sicherlich noch eine Option gewesen, allerdings auch ein wenig teuer. Also haben wir es nicht gemacht.

Ein Ausflug nach Granada
Ein weiterer Wochenendausflug ging in das gerade mal 150 km entfernte Granada. Leider können aber auch 150 km in diesem Land so ca. 3 Stunden mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bedeuten - die Mietwagenoption ist uns aber dann doch zu teuer geblieben. In Granada angekommen bestätigte sich eine ausgezeichnete Wahl des Hostels "La Siesta" (Link auf Tripadvisor). Ein sehr schönes Hostel von einer Nica und ihrem französischen Mann geführt, sehr ruhig und sauber und das für geringes Geld - sehr schön! Granada selber ist eine durchaus sehr schöne Stadt, der koloniale Stil der Häuser beindruckt durch seine Größe und auch Schönheit, allerdings ist Granada - wahrscheinlich auch deshalb - unheimlich touristisch, was unsereinen widerum abschreckt. Selbst der Versuch mit den lokalen Leuten in einem Cafí© Spanisch zu sprechen, wird im Keim durch eine englische Antwort und weiterer Hartnäckigkeit unterdrückt. Schade eigentlich, da ich doch üben muß und es viel höflicher finde, als Gast in einem Land mit den Leuten in ihrer lokalen Sprache zu sprechen. Klar hat das Touristische auch seine Vorteile; so gibt es leckerere Restaurants, die ein sehr schönes Ambienete und auch vegetarische Gerichte (keine Angst, nicht für mich) vorweisen und sogar auch einen Buchladen, der gebrauchte Bücher anbietet, nur leider viel, viel zu teuer. Naja, so ist das wohl, wenn Amis Geld machen wollen; laßen sich die Bücher womöglich irgendwo schenken und versuchen sie dann für 6-16 US-Dollar zu verkaufen ... so ein Buchladen ist allerdings auch eine Rarität in Nicaragua, so daß er hier wahrscheinlich geschickt eine Lücke nutzt.

Da Granada am Lago Nicaragua liegt und in unmittelbarer Nähe zur Küste einige kleine Inselchen (Link auf Tripadvisor) liegen, die vulkanischen Ursprungs sind, darf hier natürlich der Ausflug auch nicht fehlen.

Wir buchten spontan eine kleine Rundreise mit dem Boot und sahen einige kleine Inseln, die zum Teil noch durch ihre Natur beeindrucken können. Leider stehen die meisten Inseln zum Verkauf und so mancher Reicher hat sich hier mit einer prächtigen Villa verewigt. Die Natur wird so zerstört und die Einheimischen wahrscheinlich zum Teil von "ihren" Inseln vertrieben ... es ist aber auch offensichtlich sehr verlockens, für gerade mal 250.000 US-Dollar so eine Insel sein Eigen nennen zu können. Wenn man das Geld auf der hohen Kante hätte müßte man sich diese kaufen und der Natur schenken, aber naja ... die hohe Kante ... - den Ausflug haben wir trotzdem genoßen. Am nächsten Tag war noch ein gemütliches Frühstück und die Rückreise angesagt. Da hier wieder die öffentlichen Verkehrsmittel herhalten mußten, plant man halt mal einen halben Tag ein. Schön war's trotzdem, aber länger aufhalten muß ich mich in Granada nicht, zu touristisch (Schade eigentlich, dass einen die eigene Spezies "Touristen" so abschrecken kann).

Estelí­ und Umgebung
Im Gesamten haben wir in den 8 Wochen vor Ort tatsächlich nur drei Ausflüge gemacht. Der letzte davon war allerdings auch ein Highlight und im Gegensatz zu den Anderen sogar von ein bisschen Aktivität gekrönt ... Butschi und Mara waren zu Besuch und zusammen mit den beiden fuhren wir (mit ihrem Mietwagen) nach Estelí­. Estelí­ ist eine scheinbar reichere Stadt, die hauptsächlich von der Tabakproduktion lebt. Einige Kubaner haben die Tabakproduktion fest in der Hand, so dass laut einem Taxifahrer nur 2-3% der örtlichen Tabakproduktion den Nicas gehören. Nichtdestotrotz scheint es der Stadt und den Leuten in Estelí­ durchaus besser zu gehen, als in den Landstrichen, die wir bisher gesehen haben.

Unser Hostel lag in einem Wohngebiet, daß sich die reichen Kubaner anscheinend zu Eigen gemacht hatten. Ein Riesenbunker jagte den Anderen und versuchte durch Größe und Prunk alle anderen zu überbieten. Inmitten dieser Klötze standen auch ein paar kleine Häuschen, von welchem eins Esther gehörte. Esther ist Holländerin, ehemalige Bankmanagerin und hat vor ein paar Jahren den Außtieg gewagt, sich hier niedergelaßen und ein kleines, gemütliches und schönes Bed & Breakfast aufgebaut. Die Villa Riviera (Link auf Tripadvisor) ist günstig und sehr zu empfehlen.

In Estelí­ habe ich dann mit Butschi mich auch das erste Mal ernsthaft mit einer der lokalen Spezialitäten beschäftigt. Flor de Caña, der Rum der bösen Pellas Group (die schicken nämlich die Zuckerrohrarbeiter unter den miesen Arbeitsbedingungen in die Felder), mußte schon auch mal probiert werden. Am ersten Abend taten Butschi und ich dies dann erst einmal mit der kleinen Halbliterflasche ... am nächsten Tag wurden dann eher 1,5 Liter vernichtet ... lecker das Zeug ... natürlich wurde die Zeit in Estelí­ auch sinnvoller genutzt, als nur braunen, 7 Jahre alten Rum zu trinken ... zum Beispiel mit einem Ausflug nach Somoto (Link auf Tripadvisor). Der Somoto Canyon ist ein kleines Naturschutzgebiet an der Grenze zu Honduras, welches im Wesentlichen zu Ausflügen durch den Fluß einlädt. Dies haben wir uns nicht entgehen lassen und sind ca. 3 Stunden gewandert, durch den Fluß gewatet und geschwommen und haben uns zwischendurch dann noch mit einem Boot fahren laßen. Im Ganzen sehr schön und Butschi konnte sich während seines wagemutigen Sprunges aus ca. 5 Metern über meine Höhenangst lustig machen ... soll er doch, mir reichen 2 Meter. Naß wurden wir schließlich alle und das nicht nur im Somoto Canyon, sondern auch in Estelí­ selber. Am 2. Abend hat es dort geregnet. Was der Deutsche ansich verflucht, war für uns (und auch für die lokale Bevölkerung) mal eine Wohltat - glaubt mir 2 Monate Hitze sind auch kein Zuckerschlecken ;-)

Die ursprünglich 2 Nächte in Estelí­ verlängerten wir dann zu Gunsten von einer Nacht in Miraflor. Wieder ein anderes Naturschutzgebiet, welches sich durch 3 verschiedene Klimazonen auszeichnet. Sehr schön und abwechslungsreich vor allem in der Trockenzeit, denn hier reihen sich trockene Felder, neben seltsam bewachsenen Bäumen im dichten Nebel. Nachdem Butschi sich mit seinem Nicht-4x4 Wagen dann ca. 1,5 Stunden über buckelige und zum Teil steile Piste gewagt hat, wir zwischendurch noch freundlich einen fremden Reifen auf der Strecke gewechselt hatten fanden wir spontan eine Unterkunft in der Finca Nelina del Bosque (Link auf Tripadvisor), welche mit 40 US-Dollarn pro Person und Nacht(!) unverschämt teuer war. Auch, wenn es schön, sauber und das Essen inklusive war, ist diese Herberge nicht zu empfehlen, da sie viel zu überteuert ist. Die uns empfohlene Finca Lindos Ojos (Link auf Tripadvisor) von ausgewanderten Deutschen hatte leider nichts mehr frei. Sie wäre wahrscheinlich deutlich spannender gewesen, da auf den ersten Blick der deutsche Inhaber und seine Frau - NGO-Beraterin, die um die Welt jettet - einiges zu erzählen hätten. Nichtsdestotrotz blieben wir für eine Nacht und nutzen die Chance für einen Pferdeausflug zu einem Waßerfall, der durchaus schön war. Ansonsten bot Miraflor uns eher seine Natur an und das war schon schön genug ...


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