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2 Monate Freiwilligenarbeit (León, Nicaragua)

» erstellt am 2013-03-02 von Rankers
So schön sich drei Monate Urlaub ja auch anhören - Zwei davon sind ja für Freiwilligenarbeit eingeplant. Zum Bergfest ist es mal an der Zeit ein erstes Resumé zu ziehen.
Die Kurzform?! - Es ist zu kurz!


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» Kinder vom Kid's Club
Ich habe mich für Freiwilligenarbeit (und den Urlaub "zu opfern") entschieden, weil ich "was gutes" oder sagen wir mal eher "was sinnvolleres" tun möchte. Dann sollte es natürlich etwas länger sein, um dann - abzgl. der Eingewöhnungszeit - ansatzweise die Möglichkeit zu haben, etwas nachhaltiges zu machen und nicht einfach nur "Mädchen für alles" zu sein, dass dann mal kurz da ist und sich danach Freiwilliger nennen kann.

Nun denn, schauen wir mal was bisher draus geworden ist. Die Vorbereitung auf diesen Freiwilligendienst konnte aus mehreren Gründen nicht so ausfallen, wie wir uns das in weiten Teilen gewünscht hätten. So sind die ausführlichen Informationen zu unserem Hintergrund im Vorfeld und auch die Frage nach der Erwartungshaltung nicht beantwortet worden. Zudem gab es leider auch keine detaillierteren Informationen zum jeweiligen Aufgabengebiet, so dass wir vollgepackt mit vielen unterschiedlichen Ideen unsere ersten Arbeitstage abgewartet haben.

Vor Ort wurde relativ schnell klar, dass man irgendwie ein wenig mit unserer Anwesenheit überfordert war. Derjenige, der im Vorfeld unsere Kontaktperson (und uns nur selten geantwortet hat) hatte quasi seine letzte Woche und die Informationen über uns (sowohl, dass wir kommen und wer wir sind) ist nicht ans restliche Team weiter gegeben worden ... Der Rest des Personals dachte eher, wir wären Touristen auf der Durchreise, die sich hier freiwillig engagieren wollen. Naja, der Ansprechpartner wechselte, wir hatten Gelegenheit die Situation etwas zu klären, aber leider änderte das im Gesamten nichts daran, dass man z.T. nicht die Arbeit für uns hatte, die wir vielleicht erwartet hätten. Speziell im Bereich Public Health, in dem Katja tätig ist, ist man aktuell mit anderen Dingen beschäftigt ... naja, aber zum Glück sind wir beide selbstständig genug uns Arbeit zu besorgen.

Ich habe am Anfang dann mit den anderen Volunteers versucht dem Kid's Club, den ich unterstützen sollte, ein wenig mehr Struktur zu verschaffen. Die Freiwilligen, die schon vor Ort waren, waren zum größten Teil auch erst ein paar Wochen da, es war Ferienzeit und ein richtiges Konzept gab es anscheinend bisher nicht. Der Kid's Club hat jetzt mehr Struktur und ähnelt einer Gruppenstunde bei der KSJ, nur dass die Kinder natürlich anders sind. Erschwerend kommt hinzu, dass wir eine breite Altersgruppe abdecken. So haben wir im Schnitt 10 - 12 Kinder zwischen 3 und 12 Jahren; das macht die Sache nicht einfacher, aber wir arbeiten weiter dran.

Die ersten Eindrücke der Reise hatten bei mir auch weitere Themen auf den Plan gerufen, die ich gerne mit den Kindern durcharbeiten wollte (so z.B. mehr Bewusstsein für die Umwelt zu schaffen bzw. mehr Achtsamkeit in Bezug auf Müll zu etablieren), aber das ist und wird wahrscheinlich bei der generellen Struktur des Kid's Club nicht ganz klappen. Die Kinder sind hierzu zu undiszipliniert und auch zu wenig interessiert - mal schauen, was hier noch draus wird. Das Wochenprogramm sieht dann auch eher so aus, dass wir einen Mix aus Sport, Kunst und Computerklasse haben. Dazu fahren wir dreimal pro Woche in das Dorf ...

Das Programm bietet Potenzial, aber erfüllt mich dann noch nicht so ganz ... naja, ich arbeite weiter dran und gucke weiter, wo man denn noch was nachhaltiger "verbessern" kann. So habe ich damit angefangen einer Lehrerin der Schule nun Computerunterricht zu geben; diese nimmt dies dankbar an und wer weiß, vielleicht kann sie davon auch in Zukunft etwas weiter geben. Generell möchte ich mal schauen, ob man die Zielgruppe nicht erweitern oder ändern kann, um so dann ggf. auch die heranwachsenden Jugendlichen zu erreichen. Bei diesen macht die Arbeit m.E. mehr Sinn, aber mal schauen - letztendlich ist es ja Sache der Organisation.

A pro pos, die Organisation - was macht die denn überhaupt?! Es handelt sich um die "La Isla Foundation" (laislafoundation.org), die als eines ihrer wesentlichen Ziele hat, den Grund für die chronischen Nierenerkrankungen in der Gegend bzw. bei den Zuckerrohrarbeitern - durch z.T. eigene aber hauptsächlich existierende Studien - herauszufinden und anschließend zu bekämpfen. Zusätzlich möchte man den Menschen aus der Community (ein Ort in der von Chichigalpa) in denen hauptsächlich die sogenannten Cañeros wohnen, alternative Verdienstmöglichkeiten geben, indem man sie weiter ausbildet.



Resümierend ist allerdings schon klar, dass - wenn man etwas "bewegen" möchte, auch unsere gewählten zwei Monate nicht ausreichen, sondern dass es eher länger sein müsste, aber mal schauen ...


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